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INFORMATIONEN ZUR KIRCHENMUSIKERAUSBILDUNG
Die Seite www.kirchenmusikstudium.de
Ich stelle mir vor, ich interessiere mich für das Studium
der Kirchenmusik. Die
entsprechende Internetseite soll mir weiterhelfen. Bin ich katholisch,
so finde ich
unter „Links“ nur den knappen E-Mail-Hinweis auf ein
katholisches Gremium; unter
„Studienorte“ hilft mir das Anklicken großer
Hochschulen wie München oder Köln mit ihren katholischen
Abteilungen weiter. Denn es geht um die evangelische Kirche. Der
Titel ist also irreführend. Als Protestant bin ich jetzt
bestens bedient. Das klare Layout, die übersichtlichen Rubriken,
die freundliche Bebilderung – all das spricht mich an.
Doch hole ich mir noch Rat bei einem erfahrenen Kantor und merke,
was alles nicht in diesen Informationen steht. Beispiele: Meine
„besondere Kompetenz“ und „Fähigkeiten“
in der „Gottesdienstgestaltung“ seien gefragt –
der Praktiker schildert, wie viel Mühe
oft die Zusammenarbeit mit dem Pfarrer bedeutet. Die schwindenden
Anstellungs- möglichkeiten werden beschönigt mit dem
Hinweis auf nötige „Flexibilität“. „Fortbildung“
nennt zwar auch Management und Neue Medien, verschweigt aber die
meist bittere Notwendigkeit, „dazuzuverdienen“. „Eignung“
spricht nicht davon, wie wichtig Kommunikations- und Organisationsfähigkeit
für die Praxis sind. Bachelor und Master – Fehlanzeige.
Kurz: Der Kollege liebt seinen Beruf, darum werde ich meiner Neigung
folgen und der Realität zum Trotz das Ideal anstreben.
Herbert Glossner
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