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NEUE NOTENBIBLIOTHEKEN IM NETZ
Von RISM bis hin zu Antwortpsalm-Einstudierhilfen
Musikwissenschaftliche Datenbanken für jedermann: RISM,
RILM und New Grove Dictionary online
Das Répertoire International des
Sources Musicales (RISM) ist ein internationales
Gemeinschaftsunternehmen mit dem Ziel, die weltweit überlieferten
Quellen zur Musik
umfassend zu dokumentieren (http://rism.stub.uni-frankfurt.de).
In diesem Rahmen
werden in den einzelnen Ländern alle Musikhandschriften nach
1600 erfasst und bei
der Zentralredaktion des RISM in einer Datenbank gespeichert.
Jedes Manuskript ist
vollständig beschrieben, mit den Musik-Incipits in Notenschrift
verzeichnet und durch
umfangreiche Indizes erschlossen. Die CD-ROM-Ausgabe der Datenbank,
die im
Verlag K.G. Saur erscheint, ergänzt die Einträge um
eine Datenbank der Komponisten,
der Bibliothekssigel und der grundlegenden Literatur zum Verzeichnungsprojekt.
Die
aktuelle Ausgabe erschließt über 526.000 Werknachweise
von mehr als 23.000 Komponisten. Ihnen liegen Handschriften aus
über 700 Bibliotheken in 31 Ländern zugrunde. Für
eine Editionstätigkeit ist dieses Instrument unverzichtbar.
Zugang für Einzelnutzer
Für Einzelnutzer mit Wohnsitz in der Bundesrepublik
Deutschland – ohne Zugang
zu einer lokalen Subskription – bietet die Bayerische Staatsbibliothek
den Zugriff
auf diese und weitere geistes- und sozialwissenschaftliche Fachdatenbanken
gegen
die Entrichtung eines moderaten Entgelts an. Neben RISM können
unter anderem
die Bibliographie Répertoire International de Litérature
Musicale (RILM), das New
Grove Dictionary of Music Online und das Österreichische
Musiklexikon (OEML) recherchiert werden. Nähere Angaben
sind auf der Webseite der Bayerischen Staatsbibliothek zu finden:
www.bsb-muenchen.de/Pay-per-Use.510.0.html
Nach der Registrierung und einem einfachen
Softwaredownload für den Zugang zu
den CD-ROM-gestützten Datenbanken wie RISM wird mit dem ersten
Login eine Frist
von 24 Stunden (bzw. 12 oder 6 Stunden) eröffnet, die unabhängig
von der genutzten
Zeit abläuft. Ein Überschreiten führt zu einer
neuerlichen Entgeltzahlung. Damit
stehen qualitativ hochwertige Informationsressourcen jedem musikwissenschaftlich
Tätigen zur Verfügung und erleichtern die Recherche
vom Arbeitsplatz aus. Das Projekt
wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt,
die das System der
überregionalen Informationsversorgung unter anderem auch
mit der Finanzierung
von Nationallizenzen für abgeschlossene Datensammlungen fördert.
Hier können die
Ressourcen den wissenschaftlichen Nutzern deutschlandweit kostenfrei
zur Verfügung
gestellt werden. Weitere Informationen zu diesem Projekt sind
abgelegt unter:
www.nationallizenzen.de
Die beiden komplementären Lösungsansätze „Pay-per-Use-Modell“
bzw. „Nationallizenz“
ermöglichen den Zugriff auf umfangreiche wissenschaftliche
Ressourcen, zu denen Kirchenmusiker, Lehrer, aber auch Studierende
bislang keinen Zugang hatten.
(Stand: 1. Mai 2007)
Antje Blomeyer / Bayerische Staatsbibliothek
Wiki für kostenlose Orgelnoten
Verschiedenste Anbieter von kostenfrei ladbaren digitalen Musiknoten
haben wir Ihnen
schon vorgestellt. Das Projekt IMSLP (www.imslp.org)
versucht jetzt, nach dem „Wiki“-
Prinzip eine Plattform zu bieten, auf der jedermann nicht nur
Notenmaterial im PDF-Format herunterladen, sondern auch publizieren
kann. Die neue Seite bietet derzeit über 5.600 Titel an,
darunter auch etliche Orgelkompositionen aus Barock und Romantik.
Die
Auflösung der oft über 100 Jahre alten, eingescannten
Notendrucke ist nicht immer
optimal und dürfte so eher für Informationszwecke als
für eine Verwendung in der
Spielpraxis reichen. Da die Server in Kanada lokalisiert sind,
ist die urheberrechtliche
Einstufung sehr komplex. Eine Übersichtseite versucht, etwas
Licht in die Situation
zu bringen. Gleichwohl sollten sich laut dem Münsterschen
Orgelmagazin potenzielle
Zuträger vorab über die konkrete Rechtslage in ihrem
Heimatland informieren.
(Stand: 1. Mai 2007)
red.
Internet-Kantorale: Hörbeispiele zu Antwortpsalmen
Im November 2006 startete das Kirchenmusikreferat der Diözese
Gurk eine neue Internetserie. Für Kantorinnen und Kantoren,
die sich zu Hause auf ihren Dienst vorbereiten wollen, werden
jeden Monat die Antwortpsalmen der Sonntagsliturgie oder der (Hoch-)Feste
im MP3-Format als Hilfe ins Internet gestellt. Die Kehrverse sind
dem Gotteslob, die Vertonungen der Psalmverse teils dem Kantorenbuch
zum Gotteslob, teils dem Münchener Kantorale, teils dem Österreichischen
Kantorale entnommen. Je nach Einwilligung der Rechteinhaber stehen
auch die Notenvorlagen dieser Antwortpsalmen im Internet zur Verfügung.
Darüber hinaus findet man Links zu den Musikverlagen, bei
denen man die Noten beziehen kann. Die knappen, aber motivisch
hervorragend gearbeiteten Orgelvorspiele der Einspielungen bieten
schöne Anregungen für die eigene Praxis.
Trotz kleiner intonatorischer und interpretatorischer Schwächen,
einer bei der Psalmbegleitung sehr präsent aufgenommenen
Orgel und der liturgisch fragwürdigen Praxis, dass nicht
nur die Gesänge der Osternacht vor dem „Gloria“
mit Orgel begleitet werden, sondern auch der Antwortpsalm des
Karfreitags, bietet die Seite eine wunderbare Arbeitshilfe für
Kantoren, die sich die Gesänge anhören und sie mit-
oder nachsingen können, bis sie diese selbst beherrschen.
Bleibt nur zu hoffen, dass das Kirchenmusikreferat dieses Projekt
auf jeden Fall noch fortführt, bis alle drei Lesejahre komplett
vorliegen.
(Stand: 1. Mai 2007)
ms
Die Arbeitshilfe finden Sie im Internet unter:
www.kath-kirche-kaernten.at/pages/
orgeinh.asp?id=1675&pageid=8596
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