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Ausgabe 2005/05
September/Oktober

Ins Netz gegangen

DIGITALER VERANSTALTUNGSKALENDER UND DIGITALE VISITENKARTE
Das ausgeklügelte Datenbanksystem von www.kirchmusik.de

 

 

Eine enorme Vielfalt kenn- zeichnet die kirchen- musikalische Szene, so dass selbst Kennerinnen und Kennern die Orientierung schwer fällt. Diesen blühenden Teil der Kultur- landschaft einem möglichst
breiten Publikum zu erschließen und so über die kirchen- musikalische Szene im ganzen
deutschen Sprachraum zu informieren, hat sich das Datenbanksystem www.kirchmusik.de zur Aufgabe gemacht, das bei deutlich
steigender Tendenz mehr als 6.000 Zugriffe wöchentlich verzeichnet.
Zu Beginn dieses Jahres ist neben www.kirchmusik.de im Auftrag der Diözese Rottenburg-Stuttgart noch die Datenbank www.kirchkunst.de getreten. Beide Datenbanken greifen auf dieselben Grunddaten zurück. In diesem Zusammenhang wurde die Kirchenmusik-Datenbank funktional und optisch überarbeitet, was sehr ansprechend gelungen ist.
Begonnen hat das Projekt 1998 mit dem im Reinsburg Verlag erschienenen Buch
Kirchenmusik. Führer durch die kirchenmusikalischen Veranstaltungen in Baden-
Württemberg. Sehr schnell erwies sich dieses Medium jedoch als ungeeignet für die Flut an Veranstaltungsdaten. Dieser Umstand traf auf den Wunsch des Verlagsbüros Wais & Partner in Stuttgart, erste Erfahrungen mit einer Internet-Datenbank zu sammeln. Heraus kam also dieses Non-Profit-Projekt, das dadurch „existieren“ kann, dass das Verlagsbüro eine Datenbank zur Verfügung stellt und versucht, sie ständig zu verbessern, die Rubriken „Nachrichten“ und „Rezensionen“ redigiert, während die Kirchenmusiker und -musikerinnen, die aufgefordert sind, ihre Spielstätten, ihre Ensembles und vor allem ihre Veranstaltungen hier einzutragen, selber für die Einträge verantwortlich sind. Eigentlich müsste man davon ausgehen, dass dieses Prinzip auch funktioniert, sollte doch den eingetragenen Kirchenmusikern und Spielstätten selbst viel an einer Aktualität liegen. Dennoch muss man immer wieder feststellen, dass die Angaben zu den Stelleninhabern veraltet sind oder die gesetzten Links zu den Spielstätten nicht mehr existieren. Dabei wäre die Führung durch die einzelnen Seiten bei einem Neueintrag oder einer Veränderung/Korrektur sehr gut.

Menüpunkte und Suchfunktionen

Unter Termine öffnet sich ein Monats-Veranstaltungskalender, bei dem sehr übersichtlich nach Ort und Datum Kirchenmusik in Gottesdienst und Konzert aus der Datenbank von www.kirchmusik.de, sowie Führungen zu sakraler Kunst und ihrem spirituellen Gehalt aus www.kirchkunst.de zu finden sind. Sucht man eine Veranstaltung nach inhaltlichen und nicht terminlichen Kriterien, so kann man bei dem zweiten großen
Menükomplex nach Länder, Landkreisen, Orten und sogar einzelnen Musikern suchen.
Hier sind alle eingetragenen Kantoren, Kirchenmusiker, Chorleiter und Organisten mit
Verweis auf ihre Funktion und Spielstätte verzeichnet. Dieselbe Suche ist auch in der
Kategorie Chöre / Ensembles möglich. Daneben findet man erfreulicher Weise auch
eine eigene Datenbank für Orgelbauer.
Bei Nachrichten werden dem Nutzer „aktuelle Berichte über wichtige Ereignisse:
Festivals, Uraufführungen, Projekte und Gastspiele“ versprochen. Leider beschränken
sich diese momentan (hoffentlich noch) leider fast ausschließlich auf den baden- württembergischen Raum. Dafür sind diese sehr umfangreich und aktuell.
Schnell und kritisch gesichtet werden sollen laut der Übersicht neue Noten, Bücher und
CDs bei den Rezensionen. Hier finden sich derzeit zehn Rezensionen (ein Buch, fünf
Noten und vier CDs), darunter auch eine vom August diesen Jahres zu den Orgelnoten
Les Préludes für Orgel von Liszt, die bereits 1998 erschienen sind. Bei den Möglichkeiten dieses Mediums verwundert das etwas. Die zehn Rezensionen stammen bis auf eine Ausnahme alle von Rainer Goede. Diese sind jeweils fachlich sicherlich nicht in Frage zu stellen, jedoch lässt diese Tatsache die Rubrik nicht ausgewogen erscheinen. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob eine solche Datenbank diese Besprechungen überhaupt braucht.
Die Seite der Links scheint auf den ersten Blick mit nur vier Einträgen etwas stiefmütterlich behandelt – es sind der Carus-Verlag, eine Internationale Musikdatenbank, der Bodensee-Musikversand und, was uns sehr freut, der Allgemeiner Cäcilien-Verband für Deutschland aufgeführt – bedenkt man jedoch, dass jeder Musiker, jeder Orgelbauer, jedes Ensemble und jede Spielstädte die Möglichkeit hat, auf Ihrer Seite bzw. bei Ihrem Termin einen Link zu Ihrer Homepage zu setzen, erscheint die Datenbank zudem als überdimensionale Linksammlung. Bleibt nur zu hoffen, dass noch mehr Musiker und Chöre diese Datenbank für Ihre Termine und Vorstellungen entdecken (und sie dann auf dem aktuellen Stand halten) und so der digitale Konzertkalender bzw. die digitale Linksammlung weiter wächst. (Stand: 29. Juli 2005)

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