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Musikhochschule Lübeck
Das Institut für Kirchenmusik und der Aufbau des Studiums
Schon der junge Bach machte sich damals noch zu Fuß!
auf den Weg von Ansbach nach Lübeck, um seinem großen
Vorbild Dietrich Buxtehude, damals Kantor an St. Marien, beim Orgelspielen
wie beim Komponieren über die Schulter zu schauen. Dieser Studienaufenthalt
war für Bach so fruchtbar, dass er ihn deutlich über die
vorher geplante Dauer ausdehnte und sich bei seiner Rückkehr
nach Ansbach den unbequemen Fragen seiner Vorgesetzten stellen musste.
Uns Nachgeborenen ist bekannt, dass Mühe und Ärger sich
für ihn und für die Musikgeschichte gelohnt haben...
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Studieren an der Musikhochschule
Lübeck: ein Blick in den Innenhof
Foto: Gulliver Theis
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Heute ist die Kirchenmusikausbildung ein Teil des Angebots der
Musikhochschule Lübeck. Das Institut für Kirchenmusik
hat seine Wurzeln in der Norddeutschen Orgelschule, einer Abteilung
der 1933 gegründeten, auf ein privates Konservatorium zurückgehenden
Schleswig-Holsteinischen Musikakademie. Aus diesem (beziehungsweise
dem vorigen) Jahrhundert sind die Namen Walter Kraft, Hugo Distler
und Jens Rohwer als prominente Vertreter des Instituts für
Kirchenmusik zu nennen.
Das Ambiente hat sich seit Bachs historischer Reise geändert,
und dennoch ist die gute alte Zeit stets augenfällig:
Die Musikhochschule Lübeck hat ihr Zuhause in einem Ensemble
aus 22 restaurierten Patrizierhäusern, von denen viele schon
standen, als Bach bei Buxtehude hospitierte. Als einziger wirklicher
Neubau ist der Große Saal zu nennen, ein Konzertsaal
mit zirka 460 Plätzen und einer Konzertorgel der Firma Marcussen.
Mit insgesamt elf Orgeln zu der Konzertorgel und den Übe-
und Unterrichtsorgeln ist als jüngste Neuerwerbung eine italienische
Barockorgel aus dem Jahre 1777 getreten bietet die Musikhochschule
Lübeck hervorragende Möglichkeiten für die Ausbildung
von Kirchenmusikern.
Der Aufbau des Studiums
Obwohl in der katholischen Diaspora gelegen, werden in Lübeck
nicht nur evangelische Kirchenmusiker ausgebildet. Beiden Konfessionen
stehen die achtsemestrige B-Ausbildung und im Anschluss daran das
A-Studium als viersemestriges Aufbaustudium offen. Die Studieninhalte
sind durch Erlass einer neuen Prüfungsordnung unlängst
einer kritischen Revision unterzogen worden. Sie entsprechen im
großen Ganzen der Rahmenordnung und können im Internet
abgerufen werden: http://www.mh-luebeck.de ®
Studium & Prüfungsordnungen.
Im Moment wird über eine Reform der im weiteren Sinne liturgischen
Fächer nachgedacht, die ab Oktober 2000 greifen soll. Dabei
sollen die Bereiche zum einen eine engere wechselseitige Verbindung
als bisher eingehen, zum anderen sollen sie ökumenisch ausgestaltet
werden, so dass die angehenden Kirchenmusiker intensivere Kenntnis
als bisher über die Gottesdienste der jeweils anderen Konfession
haben.
Das Studium in Lübeck
Lübeck, die Königin der Hanse und Hochschulstadt (neben
der Musikhochschule die Medizinische Universität und die Fachhochschule),
liegt am Unterlauf der Trave, zirka zehn Kilometer von der Ostsee
entfernt. Die historische Altstadt, in der die Musikhochschule ihren
Sitz hat, steht als UNESCO-Weltkulturerbe unter besonderem Schutz.
Dabei macht es den einzigartigen Reiz dieser Altstadt aus, dass
sie kein Museum ist, sondern dass dort Menschen leben und arbeiten.
Nicht wenige Musikstudenten (und Dozenten) wohnen auf der Insel
zwischen den Travearmen!
Durch den Studienausweis als sogenanntes Semesterticket
ist die Verbindung mit den übrigen Teilen der Stadt gesichert
auch das traditionsreiche Seebad Travemünde gehört
zu Lübeck und ist mit den Bussen der Verkehrsgemeinschaft oder
den Zügen der Deutschen Bahn schnell zu erreichen. Seit der
Öffnung der innerdeutschen Grenze hat Lübeck sein altes
Hinterland mit den Ostseebädern entlang der mecklenburgischen
Küste zurückgewonnen. Und für die, die unter starkem
Fernweh leiden, bieten sich regelmäßige Bahn- und Fährverbindungen
nach Hamburg, Köln oder Berlin sowie nach Skandinavien an.
Seit Anfang 1996 hat zudem das Schleswig-Holstein Musik Festival
seinen Sitz in Lübeck in eben der Villa, in der die
Musikhochschule ihren Anfang nahm. Auch dieses Bonbon trägt
ebenso wie die zahlreichen Kirchen, die Gelegenheiten für Orgelmusiken
oder Verdienstmöglichkeiten für Organisten bieten, zum
Reiz der Hansestadt Lübeck als Studienort bei.
Die Hauptfach-Dozenten
- Künstlerisches und Liturgisches Orgelspiel: Jürgen
Essl, Martin Haselböck, Matthias Janz, Karl-Bernhardin Kropf,
Eberhard Lauer, Hartmut Rohmeyer, Armin Schoof
- Chor- und Orchesterleitung: Gerd Müller-Lorenz
- Musiktheorie und Komposition: Hans Darmstadt
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