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Personen und Daten
Nikolaus Harnoncourt
70. Geburtstag
Der Dirigent, Cellist und Musikforscher Nikolaus Harnoncourt, am
6. Dezember 1929 in Berlin geboren, hat wie nur wenige aktive Musiker,
die nicht Komponisten sind, das Erscheinungsbild der Musik und ihrer
Darstellung in vielerlei Hinsicht verändert. Mit dem von ihm
gegründeten Concentus Musicus Wien, der fast ausschließlich
auf alten Instrumenten spielte, revolutionierte er die Aufführungspraxis
alter Musik aus Renaissance und Barock. Das vollständig für
die Schallplatte eingespielte Bach-Kantatenwerk markiert Harnoncourts
sprechenden Musizierstil auf anschaulichste Weise. Faszinierend
ist, wie Harnoncourt sich nach der Bach-Erforschung
immer weitere Bezirke abendländischer Musik erschloss.
Die weltweit gerühmten Monteverdi-und Mozart-Zyklen an der
Zürcher Oper (gemeinsam mit dem Regisseur Ponnelle) haben die
Operninterpretation so entscheidend beeinflusst. Dann stieß
Harnoncourt immer tiefer auch ins 19. Jahrhundert vor. Fidelio,
Freischütz, Schuberts Des Teufels Lustschloß
waren erregende Opernereignisse. Beethovens Sinfonik gewann Harnoncourt
mit ungewöhnlicher Radikalität faszinierende Aktualität
ab: Beethoven undomestiziert.
Prof. Franz Lehrndorfer
Ehrendoktorwürde für Münchner Domorganist
Die vatikanische Kongregation für das Katholische Bildungswesen
hat auf Vorschlag des Akademischen Senats der Päpstlichen Hochschule
für Kirchenmusik Pontificio Istituto di Musica
in Rom dem Münchner Domorganisten Prof. Franz Lehrndorfer die
Ehrendoktorwürde (Dr. h.c) in Musica Sacra zuerkannt.
Mit dieser Ehrung wurde das Wirken Franz Lehrndorfers als Organist
und Hochschullehrer gewürdigt.
Lehrndorfer hat als Interpret von Orgelwerken vom Frühbarock
bis zur zeitgenössischen Orgelmusik und besonders aber auch
als Improvisator internationales Ansehen erlangt.
Der Orgellehrer und langjährige Leiter der Abteilung für
Kirchenmusik an der Staatlichen Hochschule für Musik in München
bildete eine beachtliche Zahl namhafter im In- und Ausland tätiger
Organisten aus und ist auch nach seiner Emeritierung weiterhin als
Domorganist an der Kathedralkirche zu Unser Lieben Frau in München
tätig. Desweiteren unterrichtet er im Rahmen einer Gastprofessur
an der Katholischen Universität in Porto, wo er schon bei der
Einrichtung der kirchenmusikalischen Fakultät als Berater wesentlichen
Anteil hatte.
Prälat Georg Ratzinger
Päpstlichen Musikinstituts
Auch Prälat Georg Ratzinger, der von 1964 bis 1994 Domkapellmeister
und Leiter der Regensburger Domspatzen war, ist vom Päpstlichen
Institut für Kirchenmusik in Rom die Ehrendoktorwürde
verliehen worden. Ratzinger, der auch an der Fachakademie für
Kirchenmusik Regensburg unterrichtete, zeigte sich hiervon ausgesprochen
überrascht. Er sehe in dieser Verleihung ein Werturteil über
die Institutionen, in deren Dienst er stand. (Quelle: KNA)
In Memoriam
Johannes Wagner
Johannes Wagner, einer der Mitbegründer des Deutschen Liturgischen
Instituts, starb am 25.11.1999 in Trier. Der Verstorbene wurde am
5. Februar 1908 in Brohl am Rhein geboren, Bischof Dr. Franz Rudolf
Bornewasser weihte ihn am 30. Juli 1932 im Trierer Dom zum Priester.
Nach Tätigkeiten als Kaplan und als Caritasdirektor in Saarbrücken
wurde Johannes Wagner 1936 Diözesansekretär der Katholischen
Aktion in Trier und übernahm in den folgenden Jahren unter
Leitung des Generalvikars Heinrich von Meurers mehr und mehr Aufgaben
der gottesdienstlichen Erneuerung.
Seit 1946 war Johannes Wagner Sekretär der Liturgischen Kommission
der Fuldaer Bischofskonferenz, ein Amt, das er bis zum 31. Dezember
1975 innehatte. Er ist Mitunterzeichner der Gründungsurkunde
des Liturgischen Instituts vom 17. Dezember 1947 und hat dieses
Institut, das seinen Sitz in Trier erhielt, von 1954 bis Ende 1975
geleitet. In diesen Ämtern konnte Johannes Wagner wichtige
Vorarbeiten für die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen
Konzils leisten und hat maßgeblichen Einfluss auf die Entscheidungen
des Konzils in Fragen des Gottesdienstes und auf die nachkonziliare
Reform ausgeübt. Im Rat zur Ausführung der Liturgie-Konstitution
leitete er die Arbeitsgruppe Messfeier und war bis 1975
Konsultor der römischen Kongregation für den Gottesdienst.
Er koordinierte die Erarbeitung der deutschsprachigen liturgischen
Bücher und war bis 1986 Geschäftsführer der Ständigen
Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen
Bücher im Sprachgebiet. 1971 wurde Johannes Wagner zum
Domkapitular und 1976 zum Domdechanten an der Hohen Domkirche zu
Trier ernannt. Von 1976 bis 1988 leitete er die Diözesanstelle
im Bischöflichen Generalvikariat Trier.
An der Art, wie Johannes Wagner sich diesen vielfältigen Aufgaben
stellte, beeindruckte stets sein fundiertes Wissen, sein ungewöhnlicher
Weitblick, sein sicheres Einschätzen der Möglichkeiten,
seine Fähigkeit zu geduldigem Warten und zu entschlossenem
Zupacken im rechten Augenblick, seine lebendige Beziehung zur Geschichte
und sein hellwacher kirchlicher Sinn im Dienst an der Kirche. Für
seine Verdienste gebührt im aufrichtiger Dank.
Diethard Hellmann
Als Sohn eines Lehrer- und Kantorenehepaars 1928 im sächsischen
Grimma geboren, wuchs Diethard Hellmann in der Tradition sächsischer
Kirchenmusik auf, sang im Thomanerchor und studierte in Leipzig
Kirchenmusik. 20-jährig trat er seine erste Stelle als Kantor
und Organist des Thomanerchors an. Mitte der 50er-Jahre wechselte
er nach Mainz als Kantor und Organist der Christuskirche. In Mainz
rief Hellmann den Bachchor und das Bachorchester ins Leben, und
1962 gelang es ihm, das Internationale Bachfest nach Mainz zu holen.
1974 berief ihn die Münchener Musikhochschule auf die Professur
für Kirchenmusik, der er 7 Jahre auch als Präsident vorstand.
Am 14. Oktober 1999 ist Diethard Hellmann im Alter von 70 Jahren
gestorben.
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