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Ausgabe 2000/01
Januar/Februar

Personen und Daten

Nikolaus Harnoncourt
70. Geburtstag

Foto: Charlotte Oswald

Der Dirigent, Cellist und Musikforscher Nikolaus Harnoncourt, am 6. Dezember 1929 in Berlin geboren, hat wie nur wenige aktive Musiker, die nicht Komponisten sind, das Erscheinungsbild der Musik und ihrer Darstellung in vielerlei Hinsicht verändert. Mit dem von ihm gegründeten „Concentus Musicus Wien“, der fast ausschließlich auf alten Instrumenten spielte, revolutionierte er die Aufführungspraxis alter Musik aus Renaissance und Barock. Das vollständig für die Schallplatte eingespielte Bach-Kantatenwerk markiert Harnoncourts „sprechenden“ Musizierstil auf anschaulichste Weise. Faszinierend ist, wie Harnoncourt sich nach der „Bach-Erforschung“ immer weitere Bezirke abendländischer Musik erschloss.

Die weltweit gerühmten Monteverdi-und Mozart-Zyklen an der Zürcher Oper (gemeinsam mit dem Regisseur Ponnelle) haben die Operninterpretation so entscheidend beeinflusst. Dann stieß Harnoncourt immer tiefer auch ins 19. Jahrhundert vor. „Fidelio“, „Freischütz“, Schuberts „Des Teufels Lustschloß“ waren erregende Opernereignisse. Beethovens Sinfonik gewann Harnoncourt mit ungewöhnlicher Radikalität faszinierende Aktualität ab: Beethoven undomestiziert.

 

Prof. Franz Lehrndorfer

Ehrendoktorwürde für Münchner Domorganist
Die vatikanische Kongregation für das Katholische Bildungswesen hat auf Vorschlag des Akademischen Senats der Päpstlichen Hochschule für Kirchenmusik „Pontificio Istituto di Musica“ in Rom dem Münchner Domorganisten Prof. Franz Lehrndorfer die „Ehrendoktorwürde (Dr. h.c) in Musica Sacra“ zuerkannt.
Mit dieser Ehrung wurde das Wirken Franz Lehrndorfers als Organist und Hochschullehrer gewürdigt.
Lehrndorfer hat als Interpret von Orgelwerken vom Frühbarock bis zur zeitgenössischen Orgelmusik und besonders aber auch als Improvisator internationales Ansehen erlangt.
Der Orgellehrer und langjährige Leiter der Abteilung für Kirchenmusik an der Staatlichen Hochschule für Musik in München bildete eine beachtliche Zahl namhafter im In- und Ausland tätiger Organisten aus und ist auch nach seiner Emeritierung weiterhin als Domorganist an der Kathedralkirche zu Unser Lieben Frau in München tätig. Desweiteren unterrichtet er im Rahmen einer Gastprofessur an der Katholischen Universität in Porto, wo er schon bei der Einrichtung der kirchenmusikalischen Fakultät als Berater wesentlichen Anteil hatte.

 

Prälat Georg Ratzinger

Päpstlichen Musikinstituts
Auch Prälat Georg Ratzinger, der von 1964 bis 1994 Domkapellmeister und Leiter der Regensburger Domspatzen war, ist vom Päpstlichen Institut für Kirchenmusik in Rom die Ehrendoktorwürde verliehen worden. Ratzinger, der auch an der Fachakademie für Kirchenmusik Regensburg unterrichtete, zeigte sich hiervon ausgesprochen überrascht. Er sehe in dieser Verleihung ein Werturteil über die Institutionen, in deren Dienst er stand. (Quelle: KNA)

 

In Memoriam

Johannes Wagner

Johannes Wagner, einer der Mitbegründer des Deutschen Liturgischen Instituts, starb am 25.11.1999 in Trier. Der Verstorbene wurde am 5. Februar 1908 in Brohl am Rhein geboren, Bischof Dr. Franz Rudolf Bornewasser weihte ihn am 30. Juli 1932 im Trierer Dom zum Priester. Nach Tätigkeiten als Kaplan und als Caritasdirektor in Saarbrücken wurde Johannes Wagner 1936 Diözesansekretär der Katholischen Aktion in Trier und übernahm in den folgenden Jahren unter Leitung des Generalvikars Heinrich von Meurers mehr und mehr Aufgaben der gottesdienstlichen Erneuerung.
Seit 1946 war Johannes Wagner Sekretär der Liturgischen Kommission der Fuldaer Bischofskonferenz, ein Amt, das er bis zum 31. Dezember 1975 innehatte. Er ist Mitunterzeichner der Gründungsurkunde des Liturgischen Instituts vom 17. Dezember 1947 und hat dieses Institut, das seinen Sitz in Trier erhielt, von 1954 bis Ende 1975 geleitet. In diesen Ämtern konnte Johannes Wagner wichtige Vorarbeiten für die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils leisten und hat maßgeblichen Einfluss auf die Entscheidungen des Konzils in Fragen des Gottesdienstes und auf die nachkonziliare Reform ausgeübt. Im Rat zur Ausführung der Liturgie-Konstitution leitete er die Arbeitsgruppe „Messfeier“ und war bis 1975 Konsultor der römischen Kongregation für den Gottesdienst. Er koordinierte die Erarbeitung der deutschsprachigen liturgischen Bücher und war bis 1986 Geschäftsführer der „Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im Sprachgebiet“. 1971 wurde Johannes Wagner zum Domkapitular und 1976 zum Domdechanten an der Hohen Domkirche zu Trier ernannt. Von 1976 bis 1988 leitete er die Diözesanstelle im Bischöflichen Generalvikariat Trier.
An der Art, wie Johannes Wagner sich diesen vielfältigen Aufgaben stellte, beeindruckte stets sein fundiertes Wissen, sein ungewöhnlicher Weitblick, sein sicheres Einschätzen der Möglichkeiten, seine Fähigkeit zu geduldigem Warten und zu entschlossenem Zupacken im rechten Augenblick, seine lebendige Beziehung zur Geschichte und sein hellwacher kirchlicher Sinn im Dienst an der Kirche. Für seine Verdienste gebührt im aufrichtiger Dank.

 

Diethard Hellmann

Als Sohn eines Lehrer- und Kantorenehepaars 1928 im sächsischen Grimma geboren, wuchs Diethard Hellmann in der Tradition sächsischer Kirchenmusik auf, sang im Thomanerchor und studierte in Leipzig Kirchenmusik. 20-jährig trat er seine erste Stelle als Kantor und Organist des Thomanerchors an. Mitte der 50er-Jahre wechselte er nach Mainz als Kantor und Organist der Christuskirche. In Mainz rief Hellmann den Bachchor und das Bachorchester ins Leben, und 1962 gelang es ihm, das Internationale Bachfest nach Mainz zu holen. 1974 berief ihn die Münchener Musikhochschule auf die Professur für Kirchenmusik, der er 7 Jahre auch als Präsident vorstand. Am 14. Oktober 1999 ist Diethard Hellmann im Alter von 70 Jahren gestorben.

 
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